Elternbroschüre

Ein kurzes Vorwort vom Autor

Liebe Eltern!

Die Geschichten, die wir fast täglich von Kindern und deren Eltern hören, sind erschreckend und bestürzend. Es ist herzzerreißend und frustrierend zugleich, wenn Kinder und Jugendliche von Mitmenschen gemobbt oder tyrannisiert werden, aber keiner einschreitet oder hilft.

Sollte Ihr Kind andere mobben oder tyrannisieren, dann kann es auch sein, dass Sie mit ihrem Latein am Ende sind, sich mit Sorge Gedanken um die Opfer machen, aber natürlich auch über Ihr eigenes Kind und dessen Zukunft. Wir haben diese Broschüre an Angriff genommen, um Ihnen eine Hilfestellung an die Hand zu geben, welche Ihnen bei der aktiven Hilfe am Kind unterstützend wirken kann. Sie werden Zeichen von Mobbing und Tyrannei besser erkennen lernen, Ratschläge bezüglich der Zusammenarbeit mit Schulen erhalten und ein paar bewährte und getestete Techniken vorgestellt bekommen, die sich in der direkten Interaktion mit Ihrem Kind hilfreich erweisen können.

Auf unserer Internetpräsenz können Sie sich unverbindlich über unsere Angebote informieren, die wir in Zusammenhang mit der Budosport-Pädagogik anbieten und auch den öffentlichen Schulen mitanbieten. Weiter finden Sie auf unserer Seite auch eine Auswahl an ausgebildeten Kampfsportschulen und -trainern, welche sich ausführlich mit der Thematik befasst haben und über eine entsprechende Ausbildung verfügen.

Sie finden uns im Internet unter: www.kodomo-do.de

Wir werden in dieser Broschüre nicht von Opfern sprechen, sondern von Zielen. Wir wollen nicht, dass Kinder als Opfer dargestellt werden, da dies auf eine gewisse Art und Weise bereits eine Herabwürdigung darstellt. Wir sprechen auch nicht von Mobbern, der Begriff erscheint uns nicht sehr passend, da Mobbing eine gewisse Regelmäßigkeit beinhaltet. Wir nutzen hierfür lieber den Begriff des Tyrannen, da ein tyrannisches Verhalten sich schlussendlich in ein Mobbing entwickeln kann.

Abschließend noch eine Ermunterung:

„Seien Sie kühn und mutig in Ihrem Kampf zum Wohle des eigenen Kindes!“

Mit den besten Wünschen für Sie und Ihr Kind

David Makin

Vorstandsmitglied von KODOMO-DO

 

Was ist Mobbing?

Mobbing lässt sich nicht immer einfach definieren. Wir definieren es wie folgt:

– vorsätzliche (bewusste) Feindseligkeit und Aggression

– auf ein Ziel gerichtet, das als verwundbar erscheint

– verbunden mit einem schmerzhaften oder belastenden Ergebnis für das Ziel

Mobbing kann sehr vielschichtig sein. Die Aktionen des Tyrannen können sein:

Körperliche Aggression: Stoßen, Treten, Schlagen, Kneifen, und viele weitere Formen von Gewalt und Bedrohungen („Gib mir dein Handy, sonst …).

Verbale Aggression: Beschimpfungen, Sarkasmus oder das Verbreiten von (unwahren) Gerüchten.

Emotional: Exklusion, Isolation, Quälerei (Gegenstände verstecken, verletzende Gesten), Spott und Demütigung.

Rassismus: Rassistische Äußerungen und Sticheleien, Wandschmierereien, Schmierereien auf Büchern und Heften, Gesten.

Sexuelle Gewalt: Ungewollte Berührungen, verbale Beschimpfungen und Schmähungen.

Homophobie: Verbale oder körperliche Misshandlung aufgrund der stereotypen Orientierung, sowohl bei Menschen mit homosexueller, als auch bei Menschen mit heterosexueller Orientierung

Cyber-Mobbing: Gebrauch der modernen Medien zur Verbreitung von Gerüchten, Beschimpfungen, Fotos und der Missbrauch von sozialen Medien.

Tyrannen verwenden verschiedene Formen des Mobbings. Sie bedienen sich der Methode, die am besten funktioniert.

 

Welche Auswirkungen kann Mobbing haben?

Wir wissen, dass ständiges Tyrannisieren, also Mobbing, folgende Auswirkungen

haben kann:

– Depressionen

– Mangel an Selbstwertgefühl (teilweise ein Leben lang)

– Schlechte schulische Leistungen

– Isolation

– Gefahr und Versuch von selbstverletzendem Verhalten

– Gefahr und Versuch des Suizid

Mobbing stellt aber auch eine Gefahr für den Tyrannen dar!

Gewalt, Aggression oder Bedrohung lernen sie als effektiven Weg kennen, der ihnen das Gefühl vermittelt, andere Menschen zu kontrollieren.

Im Zusammenhang mit Straftätern wurden Erhebungen erstellt die aufzeigen, dass viele Täter von Gewalttaten bereits in der Schule in Mobbing involviert waren. In fast allen Fällen als Täter, also als Tyrann.

Weitere Fakten zeigen auf, dass Erwachsene, die in ihrer Kindheit andere Kinder gemobbt oder tyrannisiert haben, häufiger mit dem Gesetz in Konflikt geraten, auch weiterhin zur Gewalt und Aggression tendieren und oft auch Probleme mit Beziehungen haben. Letzteres trifft sowohl auf das Familienleben, als auch das Berufsleben zu.

 

Mythen rund um Mobbing

Freunde und Bekannte mögen die folgenden Äußerungen in Bezug auf Mobbing machen. Es sind gut gemeinte Ratschläge, aber sie sind nicht hilfreich und falsch.

„Die Kinder müssen einfach nur lernen, sich gegen diese Tyrannen zur Wehr zu setzen.“

Kinder, die über Mobbing reden, sind bereits am Ende ihres vorhandenen Spielraums angekommen. Sie haben sich bereits erfolglos versucht mit dem Tyrannen zu arrangieren. Die Bitte um Hilfe ist keine Schwäche, sie ist vielmehr eine sinnvolle Entscheidung.

„Sie sollen einfach härter zurück schlagen.“

Tyrannen sind in den meisten Fällen größer und stärker als das Ziel. Befolgt das Kind einen solchen Ratschlag, dann besteht die Gefahr, dass das Kind ernsthaft verletzt wird. Zudem kann das Kind, durch die Anwendung von Gewalt, ebenfalls Probleme mit Lehrern oder anderen Autoritäten bekommen.

„Das gehört zur Bildung eines starken Charakters.“

Die Art des Charakters die in einem solchen Fall gebildet werden soll, ist selten der Charakter, den Eltern bei ihren Kindern sehen wollen. Mobbing schadet dem Selbstwertgefühl und schadet allen Beteiligten.

„Stock und Steine brechen Knochen, aber Worte können nicht verletzen.“

Blaue Flecken heilen von alleine und schnell, die Angst vor Beschimpfungen kann aber ein Leben lang anhalten. Ein 84jährigen Mann erzählt: „… ich kann mich an jedes einzelne Wort erinnern. Der Spott und die Beschimpfungen habe ich in meinem Kopf mein gesamtes Leben lang gehört.“

Mobbing ist NIE von Nutzen!

Es schadet IMMER dem Ziel, als auch dem Tyrannen!

 

Wieso werden Kinder zu Zielen?

Kinder werden zum Ziel, weil Tyrannen ihre Opfer brauchen.

Beobachtungen und Erfahrungen zeigen auf, dass Tyrannen sich an ihre Ziele,später Opfer, langsam heran testen. Ihr Ziel ist es, ein Kind zu finden, welches durch die Attacken zu Weinen beginnt, weg läuft oder anderweitig verletzlich erscheint.

In der Regel findet der Tyrann etwas, auf das er sich fokussieren kann. Das können rote Haare sein, eine Brille, Intelligenz, gute oder schlechte Noten. Was es schlussendlich auch immer sein mag, es ist für den Tyrannen der gewisse Unterschied, mit dem er seine Handlungen „entschuldigt“ oder rechtfertigt.

Mobbing ist nicht die Schuld des Ziels!

Allein der Tyrann ist für seine Handlungen verantwortlich. Was auch immer solche Attacken auslösen kann, es ist unsere Aufgabe zu erkennen, dass es Kinder gibt die eher als Ziel in Frage kommen, als andere Kinder.

Es ist enorm wichtig, dass Eltern solche Unterschiede bei ihren Kindern erkennen und auch als solche wahrnehmen. Das können auch koordinative Probleme sein, also Defizite in Sachen der Bewegung und des Sports. Auch das kann ein Kind zu einem gerne gesehenen Ziel machen. Solchen Defiziten entgegenzuwirken ist ein wichtiger Schritt, den Eltern möglichstfrüh in der Kindheit gehen sollten. In den Kindergärten und den Schulen wird versucht, diesen vermeintlichen Defiziten entgegenzutreten, wobei das unter Umständen nicht ausreicht.

 

Spezielle Förderung

Wenn ihr Kind eine spezielle Förderung braucht, dann kann das ein Grund sein, wieso es gemobbt oder tyrannisiert wird. Möglicherweise verstehen andere Kinder nicht, wieso sich ihr Kind anders verhält, bewegt oder aussieht. Wenn der Grund hierfür für andere Kinder nicht ersichtlich ist, dann kann es zu sehr hartem Mobbing führen. Aus diesem Grund ist er wertvoll, sich rechtzeitig mit den Lehrern in Verbindung zu setzen, damit diese auf die anderen Schüler einwirken können und ein besseres Verständnis unter den Schülern schaffen.

 

Wird mein Kind gemobbt? Mögliche Anzeichen von Mobbing.

Kinder zeigen in der Regel durch ihr Verhalten, dass sie gemobbt werden. Wenn Ihr Kind eines der aufgeführten Anzeichen in seinem Verhalten erkennen lässt, dann fragen Sie es, ob es gemobbt wird.

– Angst vor dem Schulweg oder dem Nachhauseweg.

– Verweigerung den Bus oder Schulbus zu benutzen.

– Keine Lust in die Schule zu gehen oder Schulangst (Schulphobie).

– Regelmäßiges Krankheitsgefühl am Morgen (Bauchweh-Kind).

– Schulschwänzer

– Plötzliches und unerklärliches Nachlassen der schulischen Leistungen.

– Angst vor der Nutzung des Computers oder anderer moderner Medien.

– Kleider, Bücher oder andere Gegenstände sind oft verschlissen oder defekt.

– Verstärkter Hunger nach der Schule (Verlust / Diebstahl des Pausenbrotes).

– Das Kind gibt sich zurückgezogen oder bekümmert.

– Appetitlosigkeit

– Kein Vertrauen in andere Menschen.

– Versuchter Suizid oder Gefahr eines Suizid zu vermuten.

– Das Kind weint vor dem Einschlafen oder wird von Albträumen geplagt.

– Verliert den Spaß an Freizeitaktivitäten und Hobbys.

– Fragt häufig nach Geld oder beginnt, zu Hause, Geld zu stehlen.

– Weigert sich über Sorgen oder Geschehenes zu Berichten.

– Das Kind hat unerklärliche Verletzungen wie Schürfwunden, blaue Flecken oder Schnitte.

– Entwickelt selber ein aggressives Verhalten.

– Entschuldigt oben beschriebene Vorgänge nicht plausibel.

 

Wie Sie Ihrem Kind helfen können

Wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind gemobbt wird, dann fragen sie Ihr Kind direkt und offen, ob dies zutrifft. Kinder, welche zum Ziel von Mobbing werden, sind oft verunsichert und gehen davon aus, dass die Einmischung von Erwachsenen die Angelegenheit schlimmer machen wird. Weiter sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass Ihr Kind nicht unverzüglich die Probleme benennen wird. Vielmehr wird es versuchen, die Angelegenheit herunterzuspielen und behaupten, dass Alles in Ordnung sei. Hier ist eine gewisse Beharrlichkeit gefragt.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen darüber, dass Sie besorgt sind und bieten Sie Ihre Hilfe an. Zeigen Sie dem Kind, dass Sie es in allen Belangen unterstützen wollen und gemeinsam nach einer Lösung suchen wollen. Versprechen Sie aber Ihrem Kind in diesem Zusammenhang nicht, die Angelegenheit als Geheimnis zu wahren. Sie werden sehr selten diesem Versprechen nachkommen können, wenn Sie Ihrem Kind tatsächlich helfen wollen. Um eine gesundes Vertrauen aufzubauen, sollten Sie keine Versprechen geben, die Sie nicht einhalten können.

Nehmen Sie die Bedürfnisse Ihres Kindes ernst, egal wie sich die Äußerungen für Sie selber anhören. Gehen Sie der Angelegenheit auf den Grund indem Sie nach Details fragen. Je genauer Ihr Kind die Situation beschreibt, umso eher werden Sie sich ein Bild machen können. Um Ihr Bild zu vervollkommnen kann es auch hilfreich sein, sich mit Lehrern, Kindergärtnerinnen oder anderen, verantwortlichen Personen zu unterhalten.

Besonders im Vorschulalter kann es hilfreich sein, Ihrem Kind bei der Entwicklung von Sozialkompetenzen zu helfen. Es fällt den Kindern nicht immer leicht, mit anderen Kindern zu spielen. Um Ihr Kind vor Mobbing zu schützen kann es hilfreich sein, es schon früh in diesem Zusammenwirken zu schulen. Geben Sie Ihrem Kind Dinge mit auf den Weg wie ein sicheres Auftreten, ein gute Gesprächskultur, das freimütige Zeilen mit anderen Kindern oder auch den direkten Augenkontakt mit anderen Menschen.

Als hilfreich erweisen sich hierfür Rollenspiele. Spielen Sie mit Ihrem Kind und schlüpfen Sie ruhig einmal in die Rolle anderer Kinder.

Unterstützen Sie Ihr Kind, wenn es tyrannisiert wird

Mobbing versteht sich als eine Art von Gehirnwäsche. Kinder, welche zum Ziel werden haben oft das Gefühl, dass sie diese Behandlung verdienen. Sie fühlen sich schwach, verletzlich und kraftlos. Ihr Selbstwertgefühl ist stark beschädigt. Besonders dann, wenn der Zustand bereits seit längerer Zeit anhält. Es wird nicht einfach sein, das Selbstwertgefühl wieder in Ordnung zu bringen. Viel Lob, Anerkennung und Zuwendung wird notwendig sein.

– Beteuern Sie Ihrem Kind immer wieder Ihre Liebe und Unterstützung.

– Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie voll und ganz auf seiner Seite stehen.

– Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nur dem Tyrannen hilft, wenn es sich ärgert.

– Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie es dazu ermutigen, NEIN zu sagen.*

– Geben Sie Ihrem Kind neutrale und einfache Antworten an die Hand, damit es reagieren kann. Vorbereitete Antworten auf Sticheleien helfen sicher zu wirken.

– Erklären Sie Ihrem Kind, dass es in Gruppen besser geschützt ist, als wenn es alleine im Schulhof oder auf dem Schulweg ist.

– Sollte Ihr Kind wegen materiellen Gütern tyrannisiert werden, dann ermutigen Sie Ihr Kind, dem Tyrannen die Dinge zu geben, nach denen er verlangt. Sicherheit geht immer vor!

– Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit und unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind über dessen Wünschen, Ideen, Sorgen und Ängste. Machen Sie daraus ein Ritual.

– Versuchen Sie Ihrem Kind immer wieder Möglichkeiten zu bieten, wo es sich bestätigen kann. Unternehmen Sie Aktivitäten mit Ihrem Kind, die Erfolgserlebnisse zulassen. Beachten Sie hierbei die Stärken Ihres Kindes.

– Übertragen Sie Ihrem Kind Verantwortung, das stärkt das Selbstvertrauen.

– Wenn Ihr Kind sich zurückzieht, dann laden Sie andere Kinder zu sich nach Hause ein, damit Ihr Kind an seinen Sozialkompetenzen arbeiten kann.

– Unterstützen Sie Ihr Kind in der Ausübung seiner Hobbys.

– Ermutigen Sie Ihr Kind zur Teilnahme oder Mitgliedschaft in einer Theatergruppe, einer Kampfsportschule, den Pfadfindern,  oder andere

Aktivitäten außerhalb der Schule. So kann es neue Kontakte knüpfen und entwickelt wichtige Kompetenzen im Umgang mit anderen Kindern.

– Diskutieren Sie Ihren eigenen Ärgern nicht vor dem Kind. Regen Sie sich nicht über eigene Probleme vor dem Kind auf. Ihre Ruhe kann sich auf das Kind übertragen.

(* siehe Übungen später in der Broschüre)

 

Wieso werden Kinder zu Tyrannen?

Es gibt viele Gründe, die hierfür verantwortlich sein können. Manchmal ist es eine Art des Kopierens oder Kompensierens. So können Situationen wie der Verlust eines Angehörigen oder die Scheidung der Eltern ein Auslöser für ein solches Verhalten sein. Vielfach ist es aber auch eine Kompensation in Bezug auf eigene Erfahrungen. Kinder die tyrannisieren werden oft in ihrem privaten Umfeld ebenfalls tyrannisiert oder erleben dies in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Was schlussendlich auch immer der Grund sein mag, in den meisten Fällen versuchen Tyrannen ihr Leben besser zu gestalten. Sie versuchen sich in ihrem Umfeld besser zu behaupten oder positionieren. In der Regel fühlen sich Tyrannen nicht gut. Durch Einschüchterung versuchen sie neue Freunde zu finden oder verschaffen sich eine Art von Anerkennung, die sie sonst nicht erfahren.

Tragischerweise empfinden Tyrannen den Umgang in der Gruppe, oft die „eigene“ Gang, als Freundschaft. Wobei es ihnen nicht klar ist, dass die vermeintlichen Freunde nur als solche erscheinen, es aber nicht sind. Meistens sind die Mitläufer einfach nur geängstigt. Sie könnten selber zum Ziel werden wenn sie nicht mitspielen. Diesen Unterschied erkenne Tyrannen in der Regel nicht.

Was tun, wenn mein Kind ein Tyrann ist?

– Bleiben Sie ruhig, Unruhe ist keine Grundlage um Probleme zu lösen.

– Versuchen Sie keine Wut aufkommen zu lassen.

– Fragen Sie Ihr Kind nach den exakten Vorkommnissen.

– Erfragen Sie, ob es sich um einen einmaligen Vorfall handelt oder bereits eine Gewohnheit ist.

– Sprechen Sie mit Lehrern, Kindergärtnerinnen, dem Schulvorstand, Eltern oder anderen Personen um Umfeld Ihres Kindes. Je mehr Informationen Ihnen zur Verfügung stehen, umso besser werden Sie mit der Situation umgehen können.

– Nutzen Sie die Hilfe, die Seitens der Schule oder anderer Institutionen angeboten wird.

 

 

 

Dem tyrannisierenden Kind helfen

– Fragen Sie Ihr Kind nach Gründen, wieso es andere Kinder tyrannisiert, wie es angefangen hat und was möglicherweise helfen kann, es zu beenden.

– Klären sie ab, ob Ihr Kind möglicherweise selber tyrannisiert wurde. In den meisten Fällen trifft dies zu.

– Bestätigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es trotzdem lieben. Zeigen Sie aber auch, dass es das Verhalten ist, welches Sie nicht akzeptieren können.

– Versuchen Sie herauszufinden, ob es ein spezielles Problem gibt, das Ihr Kind beschäftigt.

– Arbeiten Sie mit Ihrem Kind an einer Strategie, wie eine Wiedergutmachung aussehen könnte, indem als Erstes eine Entschuldigung formuliert wird.

– Schaffen Sie Regeln und klare Grenzen. Akzeptieren Sie keinerlei Aggression, oder aggressives Verhalten. Auch nicht zu Hause, weder in der Gesprächsführung noch im körperlicher Form.

– Arbeiten Sie mit Ihrem Kind am alternativen Verhalten, besonders dann, wenn bestimmte Reize dieses Verhalten auslösen.

– Trainieren Sie mit Ihrem Kind das Verständnis zwischen Durchsetzungsvermögen und aggressivem Verhalten. *

– Schaffen Sie Voraussetzungen, wo Sie die Möglichkeit erhalten, Ihr Kind für entsprechende Leistungen zu loben.

– Informieren Sie Lehrer, Kindergärtnerinnen und andere Menschen im Umfeld Ihres Kindes, dass Sie gemeinsam versuchen, das Verhalten zu ändern. Bitten Sie um Unterstützung und Ideen. Bitten Sie um Hilfe.

– Erwarten Sie nicht zu viel. Arbeiten Sie mit kleinen Schritten und Zielen.

– Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit sich zurückzuziehen, wenn es ihm danach ist.

– Bereiten Sie Ihr Kind auf mögliche Provokationen vor. Andere Kinder könnten die Veränderung als Schwäche bezeichnen. Zeigen Sie Ihrem Kind auf, dass es besser ist, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen, als sich der möglichen Provokation zu stellen.

(* siehe entsprechende Hinweise später in der Broschüre)

 

 

 

NEIN !

Ideen und Tipps, die Sie mit Ihrem Kind üben können, um NEIN zu sagen

– Wenn Du NEIN sagst, dann sage es deutlich und bestimmt.

– Hör auf Deinen Körper und Gefühle: Was willst Du wirklich sagen?

– Lass Dich nicht auf Diskussionen ein.

– Bleib ruhig, lass keine Wut oder Aggression aufkommen.

– Lass Dich nicht auf Dinge ein, die Du nicht willst. Bleibe bestimmt in Deinem NEIN.

– Wenn Du unter Druck gesetzt wirst, auf eine Frage oder eine Äußerung zu Antworten, dann verlange nach mehr Zeit.

„Ich brauche mehr Zeit um zu entscheiden …“

„Ich brauche mehr Informationen um zu entscheiden …“

– Entschuldige Dich nicht, wenn es nicht angebracht ist und nimmt keine entschuldigende Haltung ein.

Deine Haltung bleibt selbstbewusst und aufrecht.

Der Kopf bleibt oben. Schaue nicht zum Boden, das wirkt unsicher.

Lass die Schultern nicht hängen, das wirkt unsicher.

Schaue Deinem Gegenüber in die Augen.

(Vielen Kindern fällt dies schwer. Aus diesem Grund sollte das zu Hause geübt werden.)

Ein NEIN ist nicht die Ablehnung einer Person, sondern nur die Ablehnung einer Aufforderung oder Bitte. Dieses Recht steht jedem Menschen zu!

 

Nebeltechnik  Übungen für und mit den kids

Umgang mit Spott, Sticheleien und Beleidigungen

Wenn Du auf Spott, Sticheleien oder Beleidigungen mit denselben Mitteln reagierst, dann schaukelt sich die Situation auf und hilft nur dem Tyrannen weiter. Das gleiche gilt, wenn Du direkt auf die Beleidigungen mit Wut oder Zorn reagierst. Lass solche Dinge nicht an Dich heran kommen.

Eine Alternative ist die sogenannte Nebentechnik.

Stell Dir vor, um Dich herum ist eine dichte Nebelwand. Wer Dich auch immer angreifen will, er wird durch die dichte Nebenwand verschluckt, noch bevor er Dich verletzen kann. Ebenso kann er Dich nicht sehen, er kann Dich nicht direktangreifen. Nichts kann Dich verletzen.

Wie kannst Du diese Nebelwand aufbauen?

Verwirre den Angreifer, den Tyrannen. Stelle ihm verwirrende Fragen, wie:

„So denkst Du?“

„So siehst Du das?“

„Vielleicht …“

„Aha …“

Nachdem Du die Frage in einem bestimmten und ruhigen Ton gestellt hast, dreh Dich einfach um und verlasse den Ort.

Das hört sich vielleicht erst einmal sehr merkwürdig an. Aber es funktioniert. Du verwirrst den Tyrannen, als würde er sich im Neben befinden. Probiere es aus.

Trainiere diese Technik zu Hause.

 

Aggression  Übungen für und mit den kids

Hilfen im Umgang mit Aggressionen

Wenn Du schnell zornig oder aggressiv wirst, dann kannst Du mit ein paar einfachen Übungen lernen, diese Gefühle besser zu kontrollieren. Es ist nicht immer schlecht, Wut zu verspüren, aber es ist schlecht, diese an anderen Kindern auszulassen.

Versuche erst einmal herauszufinden, was Dich zum Explodieren bringt. Welche Situationen sind daran schuld, welche Personen bringen Dich dazu?

Gehe diesen Situationen oder Menschen aus dem Weg. Es ist keine Flucht, wenn Du das tust. Es ist ein Weg, der Dir hilft, Dich besser zu kontrollieren.

Wenn Du merkst, dass Du wütend wirst, dann nimm ein paar tiefe Atemzüge und zähle für Dich bis auf zehn.

Lasse Deine Wut aus, indem Du Dich bewegst. Sport und Bewegung helfen Dir, Deine Wut kontrolliert auszuleben. Keiner nimmt dabei Schaden.

Lerne Dich zu entspannen. Es gibt einfache Techniken, die dabei helfen. Spanne erst einmal alle Muskeln in Deinem Körper an, dann lasse sie, Einen nach dem Anderen, wieder entspannen.

Auch wenn Du denkst, dass dies vielleicht nicht Deinen Wünschen entspricht, nicht in dem Moment, wo Du Dich wütend, zornig oder aggressiv fühlst, es wird Dir helfen, Dich besser zu kontrollieren.

Wenn Du Dich selber gut kontrollieren kannst, dann werden andere nicht versuchen, Dich zu kontrollieren. Und das ist gut so, oder?

 

Übungen für und mit den kids

Die Übungen für Kids wurden ganz bewusst in der direkten Ansprache an das Kind gehalten. Dies soll verdeutlichen, dass es eine gezielte Interaktion zwischen Kind und Eltern braucht, in welcher das Kind eine direkte Ansprache erfährt.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um ein Ziel oder einen Tyrannen handelt, wenn es um die eigenen Bedürfnisse des Kindes geht. In beiden Fällen muss das Kind im Mittelpunkt stehen. Sowohl das Ziel, als auch der Tyrann, braucht die nötige Aufmerksamkeit durch die Eltern. Im eigentlichen Sinne ist davon auszugehen, dass in beiden Fällen Problemen vorhanden sind, die das Kind belasten.

Bedenken Sie immer, dass sowohl das Ziel, als auch der Tyrann, an mangelndem Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl leiden können. Betrachten Sie die entsprechenden Signale als Hilferuf. Gehen Sie den Ursachen auf den Grund, auch wenn es Überwindung braucht.

Ihr Kind positioniert sich in seiner Umgebung. Verlangen Sie nicht, dass es weiß welche Mittel dazu geeignet sind, und welche nicht. Es braucht Ihre Unterstützung und Ihre Aufmerksamkeit, um dies zu schaffen.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, wenn Sie nicht weiter wissen. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten und Stellen, wo Sie sich hinwenden können. Ein erster Schritt kann der direkte Kontakt zu Lehrern, Kindergärtnerinnen oder anderen Menschen sein, mit denen Ihr Kind in seiner Schul- oder Freizeit zusammenarbeitet. Gemeinsam lassen sich bessere und einfachere Strategien entwickeln, die schlussendlich für Ihr Kind hilfreich sein können.

Egal wie verzwickt sich die Situation darstellt, verlieren Sie nie den direkten Draht zu Ihrem Kind. Zeigen Sie dem Kind, dass Sie es lieben. Machen Sie klar, dass das Verhalten daran nichts ändert. Arbeiten Sie mit dem Kind daran, das Verhalten zu ändern, aber nicht seine Persönlichkeit und Individualität.

 

 

KODOMO-DO und Mobbing!   So arbeiten wir

Wir haben ein Programm entwickelt, das in Zusammenhang mit Kampfsport eingesetzt werden kann, wenn Mobbing innerhalb einer Gruppe, Klasse oder in der Freizeit zum Problem wird. In vier aufeinander aufbauenden Lektionen wird den Kindern vermittelt, wie sich Mobbing auf alle Beteiligten auswirkt und wie man dagegen angehen kann.

Sie benötigen weitere  Informationen? Kontaktieren Sie uns!